Wann können Sie es selbst erledigen?
Oberflächliche Kratzer, kleine Risse und Beschädigungen des Gelcoats lassen sich problemlos selbst reparieren. Bei tieferen Schäden, die bis ins Laminat reichen, ist die Reparatur zwar immer noch möglich, erfordert aber mehr Ausrüstung und Erfahrung. Bei strukturellen Schäden wie einer Delle im Rumpf oder einer ausgeprägten Delamination empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachmann.
Was brauchen Sie?
Die benötigten Materialien hängen vom Ausmaß des Schadens ab. Für die meisten Reparaturen benötigen Sie: Schleifpapier (Körnung 80 bis 400), Aceton oder Entfetter, Polyesterharz mit Härter (z. B. Airo Fix) zum Aufbau von Laminatböden, Glasfasermatten für tieferliegende Schäden, Universalfüller (z. B. Airo Unipol) zum Füllen, Feinfüller (z. B. Airo Soft) zum Glätten sowie Grundierung und Lack oder Gelcoat für die Endbeschichtung.
Arbeiten Sie an einem Boot, das im Wasser liegt oder regelmäßig nass wird? Dann wählen Sie Epoxidharz anstelle von Polyesterharz. Epoxidharz nimmt keine Feuchtigkeit auf und ist beständig gegen Osmose und Blasenbildung.
Schritt für Schritt: die Reparatur
Schadensbewertung und -vorsorge
Schleifen Sie die beschädigte Stelle gründlich mit P80-Schleifpapier ab. Bearbeiten Sie dabei einen Radius von mindestens 5 bis 10 Zentimetern um die Beschädigung herum. Entfernen Sie alle losen Partikel, Blasen und Schmutz. Entfetten Sie die Oberfläche anschließend gründlich mit Aceton.
Laminat reparieren (bei tieferen Schäden)
Wenn der Schaden bis in die Gelcoat-Schicht reicht, muss zuerst das Laminat repariert werden. Schneiden Sie die Glasfasermatte auf die gewünschte Größe zu: Beginnen Sie mit dem kleinsten Stück unten und arbeiten Sie sich zum größten vor. Mischen Sie Polyesterharz mit Härter und tragen Sie die Glasfasermatte Schicht für Schicht auf, wobei Sie sie jedes Mal mit Harz tränken. Rollen Sie jede Schicht mit einer Entlüftungswalze ab, um Luftblasen zu vermeiden.
Kitt
Sobald das Laminat ausgehärtet ist (mindestens 24 Stunden), kann Spachtelmasse aufgetragen werden. Verwenden Sie Airo Unipol, um die Oberfläche aufzubauen und zu modellieren. Mischen Sie die Spachtelmasse mit 2 % Härter, tragen Sie sie in dünnen Schichten auf und schleifen Sie sie mit Körnung P80 und anschließend P180.
Feiner Füllstoff
Für eine wirklich glatte Oberfläche tragen Sie eine Schicht feinen Spachtel auf und schleifen Sie diese mit 240er bis 320er Schleifpapier. Prüfen Sie die Oberfläche mit der Hand: Sie muss sich absolut eben anfühlen, bevor Sie fortfahren.
Grundierung und Finish
Entfetten Sie die geschliffene Oberfläche und tragen Sie eine Grundierung auf. Für Boote, die im Wasser liegen, ist eine Epoxidgrundierung die beste Wahl. Schleifen Sie die Grundierung leicht mit P400 an und tragen Sie anschließend Ihren Decklack, Gelcoat oder Lack auf.
Airo Nautic Ultra Light | Epoxidharz-Füllstoff für Boote
Speziell für den Yachtbau entwickelt. Leicht, absolut wasserdicht und osmosebeständig. Ideal für Reparaturen über und unter der Wasserlinie.
Produkt ansehen →Häufige Fehler
Die häufigsten Fehler bei der Bootsreparatur sind das Auftragen von zu viel Füllstoff in einer einzigen Schicht (dies führt zu Schrumpfung und Rissbildung), das Vergessen des Entfettens (wodurch die Haftung beeinträchtigt wird), das Arbeiten bei zu niedriger Temperatur (Füllstoff härtet unter 15 °C schlecht aus) und das Auslassen der Grundierung (wodurch die Farbe nicht am Füllstoff haftet).
Arbeiten Sie mit Polyesterharz oder Epoxidharz? Tragen Sie stets Handschuhe und sorgen Sie für ausreichende Belüftung. Arbeiten Sie niemals mit Aceton oder Harz in geschlossenen Räumen ohne Frischluftzufuhr.
Epoxidharz vs. Polyesterharz: Wann welches Harz wählen?
Für Reparaturen oberhalb der Wasserlinie ist Polyesterspachtel völlig ausreichend. Bei Arbeiten an Booten, die im Wasser liegen oder regelmäßig nass werden, sollte man immer Epoxidharz verwenden. Der Nachteil von Epoxidharz ist die längere Aushärtezeit (6 bis 24 Stunden) und der höhere Preis. Für Unterwasserteile ist es jedoch die einzig sinnvolle Wahl.