Wann kann man eine Delle selbst reparieren?
Nicht jede Delle eignet sich für eine Selbstreparatur. Prüfen Sie den Schaden sorgfältig, bevor Sie Material kaufen. Sie können die Reparatur selbst durchführen, wenn die Delle kleiner als eine Handfläche ist, keine Risse im Blech vorhanden sind und der Lack nicht bis aufs Metall beschädigt ist. In diesen Fällen ist das Ergebnis bei richtiger Vorgehensweise von einer professionellen Reparatur kaum zu unterscheiden.
Bei tiefen Dellen, Rissen im Blech, sichtbarem Rost oder Beschädigungen an tragenden Teilen, wie z. B. der Verstärkung hinter der Seitentür oder an tragenden Punkten, empfiehlt sich der Besuch einer Karosseriewerkstatt. Spachtelmasse ist kein tragendes Material: Sie füllt und glättet Unebenheiten, stützt aber nicht die Karosserie.
Sie möchten wissen, ob sich die Delle selbst reparieren lässt? Drücken Sie mit der flachen Hand auf die Dellenkante. Federt das Blech zurück oder reißt es, ist der Schaden wahrscheinlich größer als er auf den ersten Blick erscheint. In diesem Fall empfiehlt sich eine professionelle Beratung.
Welchen Füllstoff wählen Sie und warum?
Diese Frage beantworten die meisten Anfänger falsch. Sie greifen einfach zum erstbesten Teil aus dem Schuppen oder kaufen die billigste Variante. Das Ergebnis: eine Reparatur, die nach einem Jahr furchtbar aussieht. Im Folgenden erklären wir Ihnen genau, welche Wahl in welcher Situation die richtige ist und warum sie so wichtig ist.
Universalfüller: die Standardwahl für die meisten Dellen.
Für die allermeisten Dellenreparaturen an Karosserien ist universeller Polyesterspachtel (wie z. B. Airo Unipol oder Airo Multi ) die richtige Wahl. Dieser 2K-Spachtel (zwei Komponenten: Spachtelmasse und Härter) vereint hervorragende Haftung mit guter Verarbeitbarkeit und schneller Aushärtung.
Warum Universalfüller bei Dellen funktioniert:
- Haftet auf verschiedenen Materialien: Stahlblech, Aluminium, verzinktem Blech und sogar Holz. Sie müssen nicht wissen, ob Ihr Auto aus Stahl oder Aluminium besteht: Der Universalfüller haftet auf beiden.
- Schnellschleifen: Nach 20 Minuten Aushärtungszeit können Sie mit dem Schleifen beginnen. Dies ist unerlässlich, wenn Sie an einem einzigen Tag arbeiten möchten.
- Einwirkzeit von 4–6 Minuten: ausreichend Zeit zum gründlichen Mischen und Auftragen, aber nicht so lange, dass man herumstehen und warten muss.
- Gleichmäßiges Schleifen: Die Spachtelmasse nutzt sich nach dem Aushärten gleichmäßig ab. Es entstehen keine weichen Stellen, die zu schnell abgeschliffen werden und eine unebene Oberfläche bilden.
Ist die Delle tiefer als 3–4 mm? Tragen Sie Universalfüller in zwei Schichten auf: eine erste Schicht Füller, grob geschliffen (Körnung P80), und eine zweite Schicht Feinspachtel, fein geschliffen (Körnung P180–P240). Zum Schluss tragen Sie eine Schicht Feinspachtel für die Endbearbeitung auf.
Wann sollte man keinen Universalfüller wählen?
Universalfüller ist in drei Situationen nicht die richtige Wahl:
- Rostiges Blech oder kleine Löcher: Polyesterspachtelmasse bietet keine strukturelle Festigkeit. Bei Löchern, die größer als einige Millimeter sind, kann sie mit der Zeit absacken oder reißen. Verwenden Sie daher zuerst Glasfaserspachtelmasse als Grundierung.
- Feuchte oder nasse Umgebungen: Polyester-Füllstoff nimmt mit der Zeit Feuchtigkeit auf. Für Boote oder Karosserieteile, die strukturell nass sind, ist Epoxid-Füllstoff die bessere Wahl: Er ist absolut wasserdicht.
- Deckanstrich über Universalfüller: Falls nach dem Schleifen kleine Poren oder Kratzer sichtbar bleiben, die sich nicht entfernen lassen, verwenden Sie Feinfüller als Deckanstrich. Universalfüller hat eine etwas gröbere Körnung, die unter der Grundierung manchmal sichtbar bleiben kann.
| Situation | Richtige Wahl | Warum |
|---|---|---|
| Häufige Delle an Stahl/Aluminium | Universalfüllstoff | Optimale Balance zwischen Haftung, Verarbeitungszeit und Aushärtungsgeschwindigkeit |
| Rostige Stelle oder kleine Öffnung | Glasfaserfüllstoff zuerst | Glasfasern sorgen für strukturelle Festigkeit und überbrücken kleine Spalten. |
| Glatte Oberfläche nach dem Auftragen von Universalfüller | Feiner Füllstoff als Decklack | Füllt mikroskopisch kleine Poren und Kratzer und sorgt für eine glattere Oberfläche für die Grundierung. |
| Anwendung auf Booten oder im Nassbereich | Epoxidfüller | Wasserabweisend, nimmt keine Feuchtigkeit auf, osmosebeständig |
| Eine große Fläche ebnen | Sprühfüller | Effizientes Auftragen auf großen Flächen mit einem Farbsprühgerät |
Glasfaserspachtelmasse als Basis für Rost oder Löcher
Haben Sie es mit verrostetem Blech oder kleinen Löchern zu tun? Dann ist Airo Faserplast der richtige Ausgangspunkt. Die kurzen Glasfasern in diesem Produkt wirken als Verstärkung: Sie verleihen dem Füllstoff mechanische Festigkeit, sodass er nicht über die Öffnung sackt. Tragen Sie Glasfaserfüllstoff als erste Schicht auf, niemals als Deckschicht, da die Oberfläche nach dem Aushärten sonst rau und uneben wird. Schleifen Sie die Stelle mit P80-Körnung in Form, tragen Sie anschließend Universalfüllstoff als Zwischenschicht auf und versiegeln Sie die Stelle mit Feinfüllstoff. Dieses schichtweise Vorgehen sorgt für das stabilste und glatteste Endergebnis.
Feinfüller: immer als letzter Schritt
Airo Soft ist ein feinkörniger, elastischer Füller, der speziell für Decklacke entwickelt wurde. Er füllt die kleinen Poren und Schleifspuren, die Universalfüller hinterlassen: jene kleinen Unebenheiten, die erst nach dem Grundieren sichtbar werden. Durch das Auftragen einer dünnen Schicht Feinfüller als letzten Schritt reduzieren Sie den Schleifaufwand und erzielen eine glattere Oberfläche für die Grundierung. Feinfüller sollte immer über Universalfüller aufgetragen werden , niemals als erste Schicht auf einer Delle: Er ist zu schwach für tiefe Unebenheiten und kann reißen oder abblättern.
Universalspachtelmasse sollte immer auf einer nicht porösen Mischunterlage, z. B. aus Polyester oder Glas, angerührt werden. Karton saugt den Härter ungleichmäßig auf, wodurch die Spachtelmasse stellenweise zu wenig Härter aufnimmt und nicht richtig aushärtet.
Schritt für Schritt: die komplette Reparatur
Vorbereitung | Schleifen und Entfetten
Schleifen Sie die beschädigte Stelle mit P80-Schleifpapier ab, bis das blanke Metall sichtbar ist. Bearbeiten Sie einen Bereich von etwa 5 cm um die Delle herum: Ein etwas größerer Bereich ist besser als ein zu kleiner, da Spachtelmasse auf Lack schlecht haftet. Entfernen Sie den Staub mit einem trockenen Tuch und entfetten Sie die Oberfläche anschließend gründlich mit Entfetter. Wiederholen Sie dies zweimal: einmal mit einem rauen Tuch und einmal mit einem sauberen.
Mischverhältnis ist entscheidend
Universalfüller mit ca. 2 % Härter mischen: eine streichholzgroße Menge Härter pro golfballgroßem Klumpen Füller. 30–60 Sekunden lang schnell und gründlich verrühren. Zu wenig Härter: Der Füller härtet nicht vollständig aus. Zu viel Härter: Risse, Abbröckeln und rötliche Verfärbung.
Auftragen | dünn und gleichmäßig
Tragen Sie die Spachtelmasse mit einem breiten Spachtel (10–15 cm) in dünnen, gleichmäßigen Schichten mit langen, flachen Strichen auf. Arbeiten Sie innerhalb der Verarbeitungszeit von 4–6 Minuten. Danach beginnt die Spachtelmasse auszuhärten, wodurch Blasen entstehen können. Es ist besser, zwei dünne Schichten aufzutragen als eine dicke: Dicke Schichten schrumpfen beim Aushärten und können reißen.
Schleifen | von grob bis fein
Nach etwa 20 Minuten können Sie beginnen. Entfernen Sie zunächst überschüssiges Material mit P80-Schleifpapier und ebnen Sie die Oberfläche. Anschließend schleifen Sie mit P150- bis P180-Schleifpapier. Prüfen Sie zwischen den einzelnen Arbeitsgängen mit der Handfläche: Finger können Unebenheiten ertasten, die dem Auge entgehen. Schleifen Sie niemals mit bloßen Händen: Ungleichmäßiger Druck erzeugt Wellen.
Feinfüller | die Deckschicht
Tragen Sie eine dünne Schicht Airo Soft Feinfüller auf. Dieser füllt kleine Poren und Kratzer (P180). Lassen Sie ihn 15 Minuten aushärten und schleifen Sie ihn anschließend mit P240, bis sich die Oberfläche vollkommen glatt anfühlt. Sind keine Unebenheiten mehr sichtbar? Dann können Sie die Grundierung auftragen.
Grundierung und Lack
Die Oberfläche erneut entfetten (Füller ist fettig und beeinträchtigt die Haftung) und eine Schicht Grundierung auftragen. Gründlich trocknen lassen, leicht mit P400–P600 anschleifen und anschließend den Farblack und den Klarlack in dünnen, gleichmäßigen Schichten im Abstand von ca. 25 cm auftragen.

Airo Unipol | Universeller Füllstoff
Der meistverkaufte universelle Polyesterfüller. Hervorragende Haftung auf Stahl und Aluminium, nach 20 Minuten schleifbar, geeignet für Karosserie- und Yachtbau.
Universelle Füllstoffe ansehen →Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Nach dreißig Jahren in der Branche sehen wir immer wieder dieselben Fehler. Die meisten davon ließen sich leicht vermeiden, wenn man ihre Ursachen verstünde.
- Eine zu dicke Schicht Spachtelmasse kann beim Aushärten schrumpfen und reißen. Tragen Sie daher immer mehrere dünne Schichten auf.
- Unzureichende Entfettung. Fettrückstände von Handcreme, Silikon oder Wachs sind zwar unsichtbar, beeinträchtigen aber die Haftung. Entfetten Sie daher immer zweimal mit einem frischen Tuch.
- Arbeiten bei niedrigen Temperaturen. Unter 10 °C verlangsamt sich die Aushärtungsreaktion deutlich. Das Füllmaterial mag sich hart anfühlen, ist aber im Inneren noch nicht vollständig ausgehärtet. Die Folge: ein weicher Kern, der später zusammenfällt.
- Verzichten Sie auf die Grundierung. Farbe, die direkt auf den Spachtel aufgetragen wird, haftet nicht gut, und die Struktur des Spachtels wird durch die Farbe hindurch sichtbar sein.
- Schleifen Sie die Stelle nicht zu dünn ab. Spachtelmasse haftet nicht dauerhaft auf Lack. Schleifen Sie immer bis aufs blanke Metall und arbeiten Sie großzügig um die Delle herum.
Füllstoff darf niemals unter 10 °C verarbeitet werden und direkte Sonneneinstrahlung während der Anwendung ist zu vermeiden. Wärme beschleunigt den Aushärtungsprozess so stark, dass die Verarbeitungszeit von 4 bis 6 Minuten auf 1 bis 2 Minuten verkürzt werden kann.